Nachdem die Vorredner den Anlass der heutigen Veranstaltung unterstrichen haben, möchte ich mich im Namen des Kulturvereins Brücke7 e.V. als dessen Vorsitzender ausdrücklich bei Prinz Luitpold bedanken, welcher die heutige Veranstaltung in diesem festlichen Rahmen ermöglicht hat. Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei den vielen Helfern vor und hinter den Kulissen und hier stellvertretend bei unserem Kameramann Thomas Lehming, der heute auch Geburtstag hat. Hervorheben kann man auch, dass er schon 1998 seine erste Personalausstellung in unserer Galerie hatte. Wir möchten uns auch für das Erscheinen des Kamerateams des bayrischen Fernsehens Bedanken, dokumentiert diese doch die journalistische Verantwortung im öffentlich rechtlichen Fernsehen.

Wir hatten viele Ausstellungen, jedoch war die Repräsentation der Kunstwerke der Prinzessin Irmingard von Bayern einer der Bedeutendsten, neben der original Picasso-Ausstellung.
Vor zehn Jahren konnten wir sie davon überzeugen, zu uns nach Berlin zu reisen und ihre Bilder auszustellen. Dies war für sie persönlich und uns von größter Tragweite. Grund war, dass sie sich aufgrund schrecklicher Ereignisse in der Folterhölle der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße schwor, nie wieder nach Berlin zu kommen. Schon damals waren wir ihr gegenüber dafür sehr dankbar, dass sie nach fünfzig Jahren überwunden hat zu uns nach Berlin gekommen und bei uns auszustellen. Dankbar waren wir auch, dass sie die Werke mitbrachte, in den sie ihr Martyrium, das sie in den KZs erleiden musste, künstlerisch verarbeitete, indem sie dies Unrecht darstellte. In unserem Engagement „Für Toleranz - gegen Gewalt“, nutzen wir damals die Aussagekraft ihrer Werke, um bei den Diskussionsrunden „Argumente statt Fäuste – rechte und linke Jugendliche im Streitgespräch“ den nötigen aufrüttelnden Rahmen zu verschaffen von einer tatsächlichen Zeitzeugin. Sie schenkte mir ein Werk das an Deutlichkeit nicht zu überbieten ist. Drei nackte abstoßende Kahlköpfige tanzen um eine Spinne mit Hakenkreuz. Bei Veranstaltungen gegen politische Gewalt, nutzen dieses Werk und heben es hervor.

Ich bin überglücklich, dass heute, hier und jetzt auch Prinzessin Auguste neben ihrem Großvater Ludwig von Bayern mit 95 Jahren persönlich begrüßen zu dürfen. Als Erster in den vier Generationen hat sich Kronprinz Ruprecht als Wittelsbacher sich gegen politische Gewalt gestellt. Dies ist wahr und ist heute noch wichtig, damit Unrecht und Diktatur nie wieder herrschen können. Wegschauen löst keine Probleme, sondern lässt sie erst zu. Es ist wichtig und zwingend, sich trotz Schwierigkeiten aktiv für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung einzusetzen. Dazu gehört auch hier die Überreichung des Weltfriedenstag-Gedenkpreises 2008 an Prinzessin Irmingard von Bayern.

Frau Tompson

Sicherlich sind jetzt einige Gäste dieser Seite dabei mit diversen Suchmaschinen nach Frau Thomsen zu suchen. Ihr werdet nichts finden. Frau Thomsen war unsere Retterin in den weiten von Bayern. Wir möchten hiermit noch einmal unsere große Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, denn das was sie als Bayerin für uns Preußen auf die Beine gestellt hat war bemerkenswert. Zum einen, hat sie unseren Pianist Georg von Weyersberg – der leider erkrankt war und dem unsere Genesungswünsche nicht vorenthalten werden dürfen – gebührend vertreten. Zum anderen gebührt ihrer Spontanität dank, da Sie sich von einen auf den anderen Tag entschlossen hat uns Preußen zu retten.

Ihre Klavierunterstützung klingen weiter in unseren Ohren! Vielen lieben Dank!

Karsten Hummel

"Liebe Gäste
Unser Vorstandsvorsitzender, Claus Bubolz hat mich ja schon Vorgestellt. Ich bin Karsten Hummel und seit fast 20 Jahre im Kulturverein Brücke 7 e.V. in Berlin. Wir freuen uns sehr Prinzessin Irmingard von Bayern unseren Weltfriedenstag – Ehrenpreis 2008 überreichen zu dürfen. Ihre Ernennungsurkunde bekam Sie anlässlich Ihres 85. Geburtstages. Wir als Verein haben nicht damit gerechnet und auch nicht darauf gehofft, das Ihr Ehemann Ludwig von Bayern hier erscheint. Es ist für unseren Verein eine große Ehre, wenn er sich die Strapazen mit 95 Jahren auf sich nimmt, seiner Frau zur Seite zu stehen. Herzlichen Dank dafür. Was wir erhofft haben ist eingetreten, neben Ihrer Großmutter hat auch Prinzessin Auguste von Bayern Platz genommen. Auch Ihnen herzlichen Dank, weiss ich doch wie Herrn Bubolz die Generationsübergreifende Symbolik am Herzen lag und er sich auch von Ihnen Worte aus dem Hause Wittelsbach grade von Ihnen wünscht und nach Berlin mitnehmen möchte. Wir dürfen offiziell auch den Stellvertretenden Bürgermeister Herrn Wobbel herzlich für die Stadt Starnberg, hier im diesem herrlichen - Theater im Hof - begrüßen. Vielen Dank fürs Kommen.
Ich darf mir noch erlauben, Sie alle hier von unseren Kuratoriumsmitglied Herrn Richard von Weiszäcker Bundespräsident a.D. zugrüßen, genauso wie von Ihren Ministerpräsidenten Herrn Beckstein der Ihnen übermitteln lässt, das er unsere Überzeugung teilt, dass politischer Extremismus in Deutschland kein Raum zur Entfaltung gegeben werden darf. Er wünscht uns persönlich einen erfolgreichen Verlauf dieser Festveranstaltung. Dafür bedanken wir Preußen uns bei den Bayern. Den weiteren Verlauf wird unserer Vorsitzender, für Sie moderieren Danke Ihnen Für Ihre Aufmerksamkeit. "

Oktavia Fritzsche

Es war schön anzusehen, dass Claus Bubolz seine bessere Hälfte dabei hatte. Aber sie war nicht einfach nur dabei um Bayern zu genießen. Auch sie wurde in das Programm eingezogen. Es war uns wichtig, zu zeigen, dass hinter einem starken Mann eine starke Frau steht. Und da eine starke Frau zitiert wurde, war es in doppeltem Maße passend:

Frau Dr. Dr. Hanna Renate Laurien

Sie ist nicht nur ein Kuratoriumsmitglied des Vereins, sie ist viel mehr. Wie Ihr sehen könnt, war sie im Jahre 2007 die erste Preisträgerin des Weltfriedenstag - Gedenkpreises und das mit gutem Recht. Um nur einen Auszug nennen zu dürfen, setzte sie sich in der öffentlichen Diskussion intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinander, der Würdigung seiner Opfer, und der Bekämpfung seiner Nachfolger auseinander. So hielt sie am 17. August 2004 anlässlich einer Gegendemonstration zu den jährlichen Aufmärschen der Neonazis am Todestag von Rudolf Heß in dessen Begräbnisort Wunsiedel eine viel beachtete Rede gegen den „schamlosen Mythos“ um Heß. Sie wandte sich gegen den Ausdruck „Arischer Friede“, der kein Friede, sondern der Abschied von der Menschenwürde der Unterschiedlichen sei. „Wir wollen nicht Arier, wir wollen Menschen sein!“, betonte sie. Sie ist Befürworterin der Errichtung eines zentralen Mahnmals zur deutschen Homosexuellenverfolgung, und sagte in diesem Bezug: „Wir dürfen die Opfer des Terrors nicht in Güteklassen einteilen. Gott hat jedem Menschen die gleiche Würde gegeben.“

Statement Frau Dr. Dr. Hanna Renate Laurien [54 KB]

Walter Momper

„Wir leben in einer Zeit, in der unsere Sicherheit und unser Wohlstand direkt damit zusammenhängen, was in anderen Regionen der Welt passiert. Unsere Zukunft und
dauerhafter Frieden hängen unmittelbar mit den globalen Entwicklungen zusammen.

Der Frieden auf der Welt wird nicht nur von menschenverachtenden Diktatoren und politischen Hasardeuren bedroht, sondern auch von dem Kampf um die ungleich verteilten Ressourcen an Bodenschätzen oder Erdöl. Die großen Herausforderungen unseres Jahrhunderts heißen: Extremismus und Terrorismus sowie die Auswirkungen der globalen Erwärmung, große Migrationsbewegungen und der Kampf um den Zugang zum Wasser. In Deutschland wissen wir nur zu gut um die Gefahren von Rassismus, Intoleranz und Gewalt.

Die Konfliktherde überall in der Welt haben auch Einfluss auf unser Leben und die Zukunft unserer Kinder. Ohne soziale und wirtschaftliche Teilhabe aller Menschen an den Schätzen der Erde wird es keine Gerechtigkeit und keinen dauerhaften Frieden geben.“

Andrei Buinov

Unser Jugendpolitischer Sprecher a.D. war zu unserer Freude ebenfalls bei diesem wichtigen Ereignis vor Ort. Dies war uns sehr angenehm, da unser amtierender Sprecher die Wichtigkeit der Schule kennt und dieser gefolgt ist - was wir nur unterstützen können! Andrei Buinov hat sich am Programm gebührend beteiligt, so hat er für uns Treptow-Köpenicker ein sehr wichtiges Statement verlesen:

Statement Gregor Gysi

Es war und ist besonders wichtig die Worte von Gregor Gysi verlesen zu haben. Hintergrund dieser Wichtigkeit liegt mit Sicherheit auch in seiner Stellung in unserem Bezirk (Treptow-Köpenick). Er ist in unserem Bezirk direkt in den Bundestag gewählt worden und seine Verantwortung für den Bezirk ist demnach unausweichlich. Vielleicht ist es gerade dieser Punkt, der uns trotz der Schikane des Bezirks weiterhin "Für Toleranz - Gegen Gewalt" einstehen läßt.

Statement Dr. Gregor Gysi [6 KB]

Statement Thomas Krüger

Es war uns eine Ehre, das Statement von Thomas Krüger verlesen zu dürfen. Es ist passend, dass er uns Worte mit auf den gegeben hat, da er sich insbesondere durch sein Amt als Präsident für politische Bildung mit diesen und ähnlichen Thematiken beschäftigt.

Statement Thomas Krüger [47 KB]

Die Runde wurde geprägt von einem fast familiären Rahmen. Der bayerische Rundfunk hielt sich dezent im Hintergrund und ließ uns den Tag gebührend gedenken.

Prinzessin Auguste

Um natürlich die generationsübergreifende Einstellung der Wittelsbacher zu sehen, war es ein Herzenswunsch von unserem Vorstandsvorsitzenden, Claus Bubolz die Jüngste zu Wort kommen zu lassen. Prinzessin Auguste von Bayern tat dies auch würdevoll. "Ich glaube dass es sehr wichtig ist, dass die jungen Leute nie die Greul vergessen, die in der Nazi-Zeit passiert sind und sich auch damit auseinandersetzen. Aber ich glaube auch das jede Generation anders ist und neuen Herausforderungen begegnet und sich anderen Weisen, anderen Formen der Gewalt entgegensetzen muss, deswegen, ich glaube das wichtigste ist, dass der einzelne für sich die Werte in sein Leben aufnimmt, und sich gegen Gewalt entscheidet und dagegen vorgeht. Das jeder, es ist eine Entscheidung jedes Einzelnen in jeder Generation neu, weil sich die Umstände immer ändern, aber es ist eine persönliche Entscheidung gegen Gewalt und gegen das Böse in der Welt. Ich hoffe das die jungen Leute von heute das gut schaffen werden."

Prinzessin Irmingard von Bayern

Es ist bemerkenswert und uns eine Freude gewesen, Prinzessin Irmingard von Bayern am Rednerpult zu hören und zu sehen. Es ist nicht selbstverständlich, deswegen freuen wir uns um so mehr.Ihre Hoffnungen sprechen für sich und sind entsprechend unseren Vorstellungen einer friedlichen Welt: „Ich hoffe, dass die nächste Generation keinen so argen Krieg miterleben muss. Das die Menschen langsam vernünftiger werden und Sachen friedlich lösen können.“



Alles in allem war dieser 1.September 2008 ein würdiger Tag. Man kann wirklich sagen, dass wir uns an die Aufforderung des DGB gelehnt haben "...alles Erdenkliche zu unternehmen, damit des 1. September in würdiger Form als eines Tages des Bekenntnisses für den Frieden und gegen den Krieg gedacht wird".
Sicherlich ist diese Kurzfassung nur ein kleiner Auszug aus der gesamten Veranstaltung. Jedoch haben wir versucht die entscheidenen Punkte nicht unerwähnt zu lassen. Wir beschäftigen uns auch weitergehend mit diesem 01.09.2008 und werden Euch weiter Informationen zu den Rückläufern mitteilen. Solltet Ihr noch keinen Newsletter von uns erhalten, schaut einfach gelegentlich vorbei!

Euer Kulturverein Brücke 7 e.V.