Peter R. Claussen

Kurt Beck

Lothar Bisky

Sir Peter Torry

Emine Demirbüken-Wegner

Markus Löning

Markus Löning

Claude Martin

Monika Griefahn

Monika Grütters

Dr.Dr.Hanna Renate Laurien

Prinzessin Irmingard von Bayern

Prinzessin Irmingard von Bayern

Klaus Wowereit

Martin Wille

Tom Delanay

Georg Krause

Das Leben ist schön. Als Claus mich bat, nun mehr zum zweiten male hier bei ihm auszustellen, stieß er auf offene Ohren. Denn der Kulturverein Brücke 7 e.V. ist nicht irgendein Ort. Hier hingen schon Arbeiten von Picasso. Doch wollte ich nicht alleine Bilder zeigen, sondern gemeinsam mit zwei meiner Schülerinnen, Chrissi und Maditscha, die Exposition bestreiten. Die Damen sind da. Gemeinsam hatten wir großen Erfolg bei der Weihnachtskunstaktion in Oberschöneweide. Veranstaltet vom dortigen Quartiersmanagement, über 150 Besucher an 2 Tagen.Jacques Prell dringt mit den Matrosen von Amsterdam auf die Schönheit der Frauen. Immer wenn ich in Paris durch die Straßen laufe, ich bin überrascht von der Schönheit der Menschen. Lange Afrikaner mit lachend weißen Zähnen, oder die zierliche Französin, die in der Metro nochmal den kleinen Spiegel und den Lippenstift aus der Tasche zieht, um eventuell zu korrigieren. Das kleine Lächeln wird erwidert und ein kleiner Sonnenstrahl dauert an. Die Schuhe sind nicht immer neu, das Jackett schein ein wenig angewetzt, doch das Kinn ist erhoben, der Gang gerade. Stolz, den ich manchmal vermisse. Also auf die Schönheit der Frauen, auf die Schönheit der Männer. Wir als Fotografen sind in einer doppelten Weise glücklich. Kein Gramm, kein Fältchen, die zu viel sind oder meine Nase gefällt mir nicht. Der menschliche Körper zeigt sich als Ganzes, bestehend aus vielen unverwechselbaren, interessanten und aufregenden Formen. Wir sind keine Ärzte, doch mit etwas Make-up, mit Licht und vor allem, dass sich bei uns wohlfühlen macht es aus, dem Abbild ein bisschen Glück mit einzuhauchen. Also keine Hemmung, sprechen Sie uns ruhig an. Das Leben ist schön, ich möchte mit Ihm noch viele Runden drehen. Zusammen mit meiner geliebten Frau, Dank gilt ihr, die sich in heutigen Zeiten immer noch einen Künstler leistet.

Klaus Rüdiger Landowsky

Wir kennen uns glaub ich 10 Jahre, vielleicht auch 11 und du weißt, dass wir ein sehr, sehr gutes Verhältnis haben und das immer wenn ich zu Dir komme, das mich eigentlich an meine Schulzeit und Kindheit erinnert. Ich bin zwar nicht in Treptow hier aufgewachsen, sondern im Kiez von Neukölln – auf dem Rollberg -, aber wenn ich hier in dem Lokal bin, dann seh ich eigentlich meine Ecke aus der Briesestrsaße, aus der Kinitzer Straße, immer wieder. Und Du weißt, dass ich ganz in der Nähe auch kulturell ein bisschen arbeite, nämlich im Freundeskreis der Hochschule der Künste, der Karl-Hofer-Gesellschaft, da haben wir uns im November gesehen.Wir haben hier unsere Ateliers und unmittelbar bevor ich hierher gekommen bin, bin ich aus einer ganz anderen kulturecke Berlins gekommen. Ich war bei Jörg Staake, in der Villa Staake heut Abend, dort stellt Rebeca Horn ihre Malerklasse aus und, äh, ich hab dann gesagt: Jetzt muss ich gehen, aber auf die Kulturschau von der BZ. Und ich hab ihm dann auch gesagt, wo ich hingehe. Da sagt er: Ja, da kriege ich auch immer die Einladungen, Herr Marquard, da muss ich auch mal hin. Da hab ich gesagt: Da will ich jetzt hingehen, weil das Kultur ist. Ich sag mal ganz unten. Kultur hat ja den großen Vorteil, schafft Humanität. Und wenn sich die Menschen mehr mit Kultur befassen würden, wäre die Welt weniger aggressiv. Und ich glaube, dass, ich glaube, dass Du einen sehr guten Beitrag dazu leistest, unsere Gesellschaft human zu gestallten. Die Toleranz, die Kunst erfordert, mit jedem Bild, mit jeder Musik, mit jeder Skulptur glaub ich, dass muss eigentlich ein allgemeines Bewusstsein in unserer Gesellschaft sein. Und politisieren tue ich ja nicht mehr, aber ich kann nur eins sagen: Wir alle müssen ein Bündnis für eine freie Kultur in dieser Hauptstadt bilden. Wir müssen wirklich alle zusammenhalten, unabhängig von Parteien, von PDS bis CDU und sagen, dass was an kultureller Kraft in dieser Stadt ist, das muss sich entfalten können. Ich hab nach der Wende mit dafür gesorgt, durch meine Tätigkeit bei Lotto, Herr Ulbricht wird das vielleicht sogar noch wissen, dass in Mitte die Kunstwerke entstehen konnten. Eigentlich ein Zentrum, glaub ich, auf das Berlin stolz sein kann. Innovative Kunst, und diese Zentren, die Kunstwerke leben davon, dass es in den Bezirken Kunstvereine und Kunstschaffende und Kunstfördernde gibt, wie Du es bist lieber Claus Bubolz. Und deswegen bin ich auch sehr gerne hier hergekommen, äh, nicht nur der Kunst wegen. Auch erinnert mich eins daran, das war ein Urerlebnis, ich glaub, das war das erste Mal überhaupt, dass ein „Schwarzer“ gegen nen „Roten“ diskutiert hat.

Wir haben ja hier eine legendäre Diskussion gehabt: Gregor Gysi und ich, äh, 1½ Stunden, ist auch im Fernsehen übertragen worden. Das war hier bei Dir in diesem Lokal, hier unten. Das war das erste Mal überhaupt und ich muss ganz ehrlich sagen, es war für mich sehr lehrreich, ich glaub auch für ihn. Jedenfalls habe ich davon ungemein profitiert. Denn wir alle haben ja die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass 4 Millionen oder knapp 4 Millionen Menschen in dieser Stadt auch vernünftig und harmonisch zusammenwachsen. Und ich sag das hier auch mal, ich schätze in dieser, in dieser Aufgabe, und ich kann das ja ganz locker sagen, schätze ich auch Ihren Bürgermeister Dr. Ulbricht. Wir haben uns ja kennengelernt bei den Koalitionsverhandlungen 1998. Hab immer bedauert, dass Sie nie im Senat waren. Ich halte Sie für wirklich einen sympathiestiftenden und parteiübergreifenden Bürgermeister und hätte mir gewünscht, dass alle Parteien auch solche Persönlichkeiten hervorbringen, die dann in erster Linie das Thema der Zusammenarbeit sehen und nicht das Thema der Polarisierung. Ich sag das hier ganz ungeschützt, weil ich Sie persönlich auch sehr schätze und wir uns heute Abend eben wiedergetroffen haben. Das passt hier rein zu euch. Und, und dir möchte ich wünschen, dass du mit Deinem, unserem Verein, denn ich bin ja nun im Kuratorium, äh, auch dieses Vereins, dass es gelingt Künstler, musische Künstler, Musiker, Maler, Bildhauer Fotografen, die sonst keine Ausstellungsmöglichkeit haben, ihnen eine Präsentation zu ermöglichen. Das sie dann, ich sag jetzt mal in die nächste Stufe, in, in die Kunstvereine, in die Berlinische Galerie, so hoffentlich, dass ihr bald euer Gebäude wiederkriegt, was auch ein Manko ist. Millionen in den Depots und ohne Ausstellungsraum, dass diese Entwicklung weitergeht, das Berlin eine Stadt der Kunst wird, auch international, dass aus dem Osten wieder die Künstler kommen, aus Moskau, aus Petersburg und Warschau und das Berlin so etwas anschließt an die Tradition der 20er Jahre. Und dazu ist es erforderlich, dass alle Menschen sich in jedem Bezirk, in jeder gesellschaftlichen Schicht tolerant und offen mit Kunst und Kultur auseinandersetzen. Und dafür bewundere ich Claus Bubolz hier. Deswegen bin ich auch gern heute Abend gekommen. Alles Gute für dich.

Dr. Klaus Ulbricht

Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie ganz herzlich hier beim Kulturverein Brücke 7 e.V. zum Neujahrsempfang. Das neue Jahr ist ja schon reichlich alt, aber trotzdem finde ich es gut, denn die Neujahrsempfänge gerade hier sind ja etwas ganz besonderes. Wenn man sich mal so überlegt, warum der Kulturverein Brücke 7 eigentlich so viel Anziehungskraft ausübt, auf uns und viele andere Menschen, die hier herkommen, die an wunderbaren Veranstaltungen teilnehmen, viel Kunst bekommen, die nicht nur in der Region, sondern weit darüber hinaus bekannt ist, viel Diskusionen hier erleben, wo Menschen miteinander reden, die vielleicht gar nicht so aufeinander gepolt sind – woran das liegt?Ich glaube, es liegt ein bisschen daran, dass sich alle hier wohlfühlen, dass es hier eine Atmosphäre gibt, die Menschen veranlasst, miteinander zu reden und es liegt sicher – dass ist meine Wahrnehmung – in aller erster Linie an einem Menschen, der diesen Verein seit Jahren trägt, der organisiert, der sich nicht scheut unangenehm zu werden, der viele Menschen hier zusammenführt und der es immer versteht, sich Menschen, die hier her kommen, die Probleme habe, zu öffnen und ihnen eine Atmosphäre zu schaffen, die sie als angenehm, als, wir würden sagen, kommunikativ empfinden. An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis, Dir, lieber Claus Bubolz, ganz herzlich zu danken. Einen donnernden Applaus für Claus Bubolz. Genauso wie Claus Bubolz, passt der Verein in keine Schublade. Er ist nicht nur ein Kunstverein, er ist ein Verein, der letzten Endes viel tut und bei Verwaltungen und Schubladendenkern immer Gefahr läuft in die Ritze zu fallen.
Was – der will eine Förderung aus dem Jugendbereich haben – ist das überhaupt ein anerkannter jugendträger?! Ja – ist er – aber macht er das so richtig? Kann der das überhaupt?

Meine Damen und Herren, liebe Politiker, eines möchte ich an dieser Stelle sagen: Wir müssten mal ein bisschen darüber nachdenken, ob wir mit diesen Strukturen richtig liegen oder ob nicht das Übergreifende, gerade das Übergreifende zwischen Kultur und Jugend ganz, ganz wichtig ist, denn wenn ich als Kommunalpolitiker eine Aufgabe empfinde, dann ist es die, Kommunikation zwischen Menschen zu schaffen und das beste Hilfsmittel, das man haben kann, das ist Kunst und Kultur.

Dieser Verein passt, wie gesagt, in keine Schublade. Er ist weder links noch rechtsorientiert, sonst hat man ja Szeneclubs, aber hier kommen alle zusammen, um miteinander zu reden, um miteinander zu streiten.

Ich erinnere mich sehr gut, dass ich hier bis nachts um drei mit eindeutig sehr stark rechtorientierten Jugendlichen diskutiert habe. Diese Jugendlichen erwarten aber durchaus bereit, mit mir zu sprechen und Argumente auszutauschen. Das ist wohl kaum an einer anderen Stelle möglich. Wir denken ja nun darüber nach diesem Verein eine größere, dauerhafte Bleibe zu geben, in der Grünauer Straße 1 (Michael-Brückner-Straße 1). Wir als Bezirk können es dem Verein leider nur in dem Zustand, in dem sie sich jetzt befindet, zur Verfügung zu stellen. Alle, die etwas dazu beitragen können und wollen, will ich auffordern, auch dazu beizutragen, diesem Verein eine neue Bleibe zu verschaffen – schöner muss sie nicht sein, denn wir fühlen uns hier an der Stelle wohl. Ich will meine kurzen Worte abschließen, indem ich Sie bitte, einfach mal aus einem Brief zitieren zu dürfen, der die Arbeit dieses Vereins besser als alles, was ich erfinden könnte, wiedergibt: Es ist ein Schreiben von Herrn Michael Matz an Claus Bubolz vom Januar diesen Jahres – und er schreibt:

„Sehr geehrter Herr Bubolz! Über ein Jahr ist es nun her, seitdem mich ich die Jugendgerichtshilfe zu Ihnen zur Absolvierung der gemeinnützigen Stunden beorderte. Wir, Ronny Seifert und ich, Michael Matz, fanden den Einsatz im Kulturverein nicht als Strafe, sondern als Selbsterkenntnis neuer Werte. Zur Erinnerung: es war eine Hip Hop Veranstaltung für Toleranz und gegen Gewalt, bei der eine Gruppe Jugendlicher aus Bremen zu Gast war. Wir fanden es einfach fantastisch, da wir noch nie eine Veranstaltung erlebt haben, bei der sowohl Linksgesinnte als auch Rechtsorientierte Heranwachsende gemeinsam an einem Ort friedlich miteinander umgingen. Dies war für uns eine neue Erfahrung, die wir eigentlich nicht für möglich gehalten haben. Wir sind sehr froh, dass wir bei der Vorbereitung und Durchführung selbst mithelfen durften. Wir wünschen Ihnen, lieber Claus Bubolz und dem Kulturverein viel Glück und Erfolg, denn Sie geben für Böses so viel Gutes zurück.“

Ich kann mich diesen Wünschen nur anschließen: Alles Gute - ganz viel Erfolg - Dankeschön.

Swen Schulz

Vladimir Kotenev

Dr. Chritian Prosl

Exzellenz Dr. Chritian Prosl
Österreichischer Botschafter

Sehr geehrte Mitarbeiter, liebe Gäste, und vor allem liebe Jugendliche. Ihr werdet euch wundern, dass der Botschafter, der vielleicht ja in Berlin oder Bremen oder München ist, hier ist. Ich sage eines: Mir hat der Claus Bubolz imponiert, mit seiner unnachahmlichen Stimme hab ich ihn schon einmal nicht vergessen. Er ist immer wieder gekommen und hat gesagt: „Herr Botschafter, sie müssen dabei sein.“ Und ich freue mich, dass ich hier bin. Warum? Es gibt erstens ein Projekt für Jugendliche, zweites ist dies ein Projekt, was niemanden ausgrenzt. Und ich hoffe, Ihr fühlt euch alle wohl hier. Ihr seid alle willkommen. Und drittens ist das ein Projekt, ein Völkerverständigungsprojekt, über die Grenzen hinweg. Und ich freue mich ganz besonders, dass wir auch Gäste aus Österreich haben. Ich selber habe zwei mitgebracht, mein Taufpatenkind und sein Freund. Also ihr seht, es ist wirklich ein Abend, ein Fest, und so soll es auch sein. Toleranz, die wir lernen im Umgang miteinander und gemeinsam gegen Gewalt. In diesem Sinne ein wunderbares Fest. Und ich freue mich und danke, dass ich hier sein kann, Dankeschön.

Interview:


Bubolz:
Wir als Verein freuen uns natürlich außerordentlich, dass Sie heute hier sind und jetzt Ihr Land nicht nur repräsentieren, sondern auch die Jugend, die daran, wir sind zwar nicht mehr ganz jung, aber wir tun was für die Jugend. In dem Augenblick, in dem Sie hier sind, in dem Augenblick, wo wir versuchen, sowas zu stämmen und in dem Augenblick, wo wir die Räumlichkeiten vom BVV-Vorsteher kriegen – Dieses Rathaus und uns hier als Verein die Jugendlichen vorstellen können. Warum, und jetzt kommt die Fragen, äh, außer das man Sie vielleicht überrannt hat, wie ich das gerne mache, wussten Sie, dass Sie mit Sicherheit hier herkommen, dass hab ich aus Ihren Augen gleich zu Anfang gelesen.
Dr. Prosl:

Das kann ich Ihnen sagen. Erstens einmal habe ich selber im meiner Jugend, in meiner tatsächlichen Jugend, Jugendarbeit geleistet. Zweitens einmal, Sie haben mich überzeugt, wie Sie gekommen sind mit diesen zwei jungen Burschen, dass da was dahinter steckt. Äh, und daher, Herr Gauck hat das vorhin gesagt, es genügt nicht über Toleranz zu reden, man muss es den Jungen beibringen. Und das kann man nur durch ein Projekt, durch Engagement mit den Jungen. Und das hat mir imponiert, und deswegen bin ich hier.


Bubolz:

Da freuen wir uns ganz doll sehr. Ich denke, dass wir auch ´ne sogenannte Retourkutsche machen können. Dass wir mit jungen Menschen auch nach Österreich fahren können. Mit anderen Worten, in Österreich das rüberbringen, was hier in Berlin passiert. Denn die Toleranz und Gewalt ist nicht nur in Berlin wichtig, sondern auch in Österreich. Und Österreich hat kleinere Probleme, wie in Kapellen. In kleineren Gemeinden oder kleinen Städten, wo alles übersichtlicher, überschaubarer ist. (Dr. Prosl: Stimmt!) Und deshalb denke ich, ist es wichtig, auch in ´ner Großstadt was dagegen zu tun. Und ich komme nochmal auf Ihr Arrangement als Botschafter. Sie repräsentieren ja Österreich hier in Deutschland. Wie schätzen Sie die Jugendlichen in den Randgruppen in Deutschlad ein?

Dr. Prosl:

Also erstmal glaub ich, wir haben ja alle ähnliche Probleme, vielleicht nicht die selben, aber ähnliche Probleme. Worum geht’s? Es geht doch darum, dass wir unserer Jugend unsere Werte vermitteln. Dazu gehört eben Toleranz. Da gibt’s Stufen, graduelle Unterschiede zwischen Berlin und Österreich, usw. Aber im Prinzip geht’s doch um das Selbe, den Jugendlichen zu zeigen, erstens, es gibt eine Hoffnung. Wir schaffen das neue, moderne, tolerante Europa. Und da helfen wir uns.

Bubolz:

Und ich denke, der Schwerpunkt der Europaarbeit liegt zur Zeit auf Osterweiterung. Aber selbst wenn der Schwerpunkt auf Osterweiterung ist, ist es auch wichtig, die anderen europäischen Länder nicht zu vergessen. Vor allen Dingen Österreich nicht zu vergessen.

Dr. Prosl:

Na vollkommen richtig, weder Österreich noch hier die Bundesländer hier, die ja die Osterweiterung vorweggenommen haben. Und umso mehr muss man sich hier engagieren, glaube ich. Und es ist besonders wichtig, dass wir hier den Jugendlichen zeigen, dass die Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen funktioniert und das sie Hoffnung bietet. Das Selbe gilt natürlich auch für Österreich. Wir müssen den Jugendlichen zeigen, es geht aufwärts, wenn sie ihren Beitrag leisten und jeder kann einen Beitrag leisten. Und ich glaube auch, es ist wichtig, dass wir Älteren uns engagieren, auch als Vorbild den Jugendlichen zeigen: Es ist eine Möglichkeit im Leben zu …….. (Bubolz: Richtig!) Und, äh, was die Erweiterung betrifft, natürlich ist die Erweiterung wichtig, aber es ist genauso die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Staaten wichtig. Deswegen bin ich hier, weil wir eben die österreichisch-deutsche Komponente haben in die Gemeinde Kapellen. Das ist doch eine wunderbare Sache, dass wir also eine deutsche Kapelle hier jetzt spielen haben und dann eine österreichische Musikkapelle, die extra heraufgefahren sind. Also bitte, was wollen wir eigentlich mehr?!

Bubolz:

Ja ist richtig, äh, wenn Sie unterschiede sehen, Sie beobachten mit Sicherheit die deutschen Jugendlichen, was hier passiert, sehr, sehr genau und sehr deutlich, denn Ihre Aufgabe ist ja auch nach Österreich zurückzumelden, was hier in Deutschland alles passiert, nicht nur zu repräsentieren, sondern auch zurückzumelden. Worin sehen Sie die Unterschiede zwischen den deutschen und den österreichischen Jugendlichen?


Dr. Prosl:

Ich glaube es gibt nicht so viele Unterschiede, vielleicht gibt es hier mehr Leute im Grenzbereich, das mag sein, aber im Grunde genommen, schauen Sie, wie wir jung waren, waren wir auch Revolutionäre und waren auch nicht mit allem einverstanden, was unsere Eltern uns vorgegeben haben. Und das muss man akzeptieren und mit den Jugendlichen reden. Damit, diese Toleranz, dieser Dialog, das ist das Wichtige. Ich glaube nicht, dass es da so viele Unterschiede gibt.


Bubolz:

Und weil das richtig, wirklich richtig ist, was Sie sagen, möchten wir uns, ich als Vereinsvorsitzender und die ganzen Jungen natürlich eingenommen, ganz doll und herzlich bedanken.


Dr. Prosl:

Bitte gerne, bitte gerne, alles Gute für die Zukunft. Und, die Brücke 7 lebt.

Bubolz:

Danke, vielen herzlichen Dank.

Joachim Gauck

Bubolz

Joachim Gauck, wir freuen uns natürlich ganz, ganz doll, viele Jugendliche im Verein und natürlich auch ich, als dessen Vorsitzender von der Brücke 7, dass Sie heute hier sind, die Frage steht nicht. Aber ich finde, dass es auch wahnsinnig wichtig war, Sie heute hier zu haben. Denn wenn wir für Toleranz gegen Gewalt was machen, dann hat das was mit Demokratie und Kunst zutun. Und ich finde, Demokratie und Kunst, schließt nicht miteinander aus, und, äh, wir wollen keine Zensoren sein, wie es in der Diktatur ist. Und ich denke, das es nicht nur wichtig war Sie einzuladen, sondern direkt zu fragen: Worin sehen den Unterschied zwischen der Kunst in der Diktatur oder die Kunst, die wir jetzt haben?Gauck:

Also, es gibt ja ´ne ziemlich lebendige Kunstszene, gerade in Berlin. Nur, die war nicht im Verband und die kriegte keine offiziellen Aufträge und die haben sich so durchgewurschtelt, aber was mir hier heute eingefallen ist, ist das man, wenn man lernt die Welt differenziert zu betrachten, dann ist man schon von diesen einfachen Wahrheiten weg, und, äh, diese Typen, diese Extremisten lieben einfachen Wahrheiten. Und deshalb ist die Kunst in allen ihren Ausprägungen ein Helfer dazu, die Welt differenzierter zu sehen, den Menschen mit seinen ganzen Fassetten zu sehen, die Menschen menschlich also zu sehen. Und diese Kunst hat die Fähigkeit, uns von Hass und Fanatismus und von der Eindimensionalität und von den einfachen Wahrheiten wegzubringen. Und deshalb ist es gut, wenn man das hier herbringt. Ist aber nicht alles, Künstler können genauso irren wie Politiker, und es gibt genug Künstler, die jede Menge Mist verfasst haben und dafür jede Menge Geld kassiert haben, und jede Menge Orden gekriegt haben. Also die Kunst ist nicht automatisch das Gute, genauso wenig, wie irgendeine andere Sache, sondern es kommt darauf an, was macht sie, wird sie eingeschränkt, lässt man sie frei, dient sie dem Guten und wenn sie unsere Seele öffnet und uns sehen lehrt, das Menschen ein Herz haben, eine Seele haben, das Menschen etwas tun können, sich nicht alles gefallen lassen, dann ist das wunderbar.


Bubolz:

Ich bedanke mich für diese herrlichen Worte.


Gauck:

Ha ha, Prost.


Bubolz:

Prost.

Interview mit Christopher Drexler und Ulrich Stahr


Bubolz:


Lieber Christopher, Christopher Drexler, also erstmal fühlen wir uns als Verein ganz doll gebauchklatscht und wir freuen uns ganz doll, dass Sie von Graz nach Berlin gekommen sind. Nicht um uns zu werten, dass brauchen wir schon lange nicht mehr, aber mal das zu sehen, wie wichtig es ist, mit Jugendlichen zu arbeiten, für Toleranz und gegen Gewalt, obwohl Österreich ja nicht solche großen Gewaltprobleme hat, wie es in Deutschland ist, das steht erstmal fest. Und ich seh das, weil ich das ja auch verfolge in der Presse, weil ich verfolge, was die Jugendlichen rüberbringen, die waren ja selber drüben, dass es einen Unterschied gibt zwischen deutschen und österreichischen Jugendlichen. Wo sehen Sie den Unterschied?






Drexler:


Also Karin Graus hat einmal gesagt: „Was die Österreicher und die Deutschen trennt, ist die gemeinsame Sprache.“ (Bubolz: Der war gut!) Aber das ist, das ist nicht wirklich der Grund. Naja, ich weiß nicht, ob unsere Gesellschaften so unterschiedlich sind. Unsere Gesellschaft ist kleiner. Äh, es gibt vielleicht weniger extremistische Elemente bei uns, aber vielleicht ist nur manches unter den Teppich gekehrt, was es in Deutschland offensichtlich gibt. Wir sind gemütlicher.




Stahr:


Sie sehen manches nicht so ernst wie die Deutschen, die sich dann verbeißen in eine Pro oder Kontra – Diskussion, während Sie das vorhin, wie Sie sagten, etwas gemütlicher, etwas menschlicher auffassen.






Drexler:


Manche sagen ja, der Kompromiss ist eine österreichische Tugend. Manchmal ist er auch eine Untugend, ne?!




Bubolz:


Für die Jungen Menschen, die hier zu uns kommen, muss ich fragen, was Sie motiviert hat, außer das wir sie eingeladen haben, das haben Sie doch bestimmt nachkontrolliert. Fahr ich da hin oder fahr ich da nicht hin, tu´ ich mir das an? Tu´ ich mir das an, oder nutze ich die Zeit, um vielleicht was Neues kennenzulernen.




Drexler:


Erstens, wenn unsere Frau Landeshauptmann ersucht, sie bei einer Veranstaltung zu vertreten, dann ist das eine Art Befehl, ja?! Aber als ich da ein bissl recherchiert hab im Internet und da, äh, hab ich einfach gemerkt, dass das ein sehr, äh, das Ihr ganzer Verein einfach eine sehr wichtige Arbeit macht. Berlin ist eine wunderbare Stadt. Ich war in den 90er Jahren etliche Male hier, hab verschiedene Kongresse besucht, usw. So konnte ich zwei nützliche Dinge miteinander verbinden: Ihren Verein kennenlernen, das heutige Projekt kennenlernen und wiedermal nach Berlin fahren. Da gibt’s kein Gegenargument.