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Dr. Dr. Hanna Renate Laurien

Freie Rede

Claus Bubolz, ja, er ist mein Lieblings-Sozi, aber ich habe noch einen Lieblings-
Sozi. Der hat „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gegründet und mich damals als seine
Stellvertreterin gebeten. Inzwischen ist ein anderer Nachfolger, jetzt ist Gauck der
Vorsitzende. Und dieser zweite Lieblings-Sozi ist Hans Joachim Vogel, obwohl ich, wenn ich
den Hans Joachim Vogel ärgern will, was selten der Fall ist, dann mach ich mir hier so’ nen
Button an, auf dem steht: „Mein Vogel heißt Bernhard“ Und wenn es so zwischen den
Parteien geht, dann ist irgendwie Menschlichkeit in Ordnung, das man miteinander auch
lachen kann. Das ist ganz wichtig. Das haben wir immer gekonnt. Und ich habe immer bei
den Sozialdemokraten einzelne gefunden, die nun was Vernünftiges anstreben und das auch
mitmachten. Und ich will das noch sagen, obwohl das jetzt ein wenig nach Angabe aussieht,
aber getrost. Wo ich mich am meisten gefreut habe war, als nun die Ausländerkinder so viel
wurden und wir das Schulgesetz ändern mussten, mit Zahlenangaben, wie viele Kinder usw. .
Da bin ich zu Weizsäcker gewackelt und habe gesagt: „Das möchte ich gerne mit der SPD –
Opposition zusammen durchziehen.“ Na probieren Sie mal. Der Bernd Vogel hätte in solchem
Fall gesagt: „Ja probieren Sie es und wenn Sie es schaffen, gratuliere ich Ihnen. Wenn Sie auf
die Nase fallen, dann komme ich hin und fange Sie auf. So war Bernd Vogel immer, aber
Weizsäcker sagte: Probieren Sie mal. Und dann zog ich los und holte mir Herrn Schürmann.
Ein guter SPD-Abgeordneter. Später dann Schulleiter der John F. Kennedy - Schule, die ja
hier heute auch etwas mit macht. Und dann haben wir uns, jeder von seiner Partei, zwei, drei
Vernünftige besorgt. Dann waren wir schon 10 zusammen. Dann haben wir uns noch mal
erweitert und geredet. Dann habe ich gesagt: So jetzt haben wir in jeder Partei ´ne Mehrheit.
Jetzt können wir da ´ne Vorlage machen. Und dann ist tatsächlich diese Schulgesetznovelle
mit den Stimmen der regierenden FDP und CDU und der Opposition, der SPD verabschiedet
worden. Da habe ich mich gefreut, wie ein Kind. Das so etwas mal möglich ist. In einer
Thematik die sich nicht für kleinlichen Parteienstreit eignet, auch mal miteinander was zu
machen. Deshalb bleibt noch genug übrig, worüber wir uns streiten können, bleibt auch genug
übrig. Aber der Bürger muss auch wissen, dass es Dinge gibt, wo wir uns einig sind. Das ist
ganz wichtig.