Wir danken unseren Kuratoriumsmitglied Frau Dr. Dt. Hanna Laurin ausdrücklich für Ihr selbstloses wirken.
Schon 1994 trat sie erstmals öffentlich mit den Präsidenten der AKADEMIE DER KÜNSTE Prof. Walter Jens, in einer Problemdiskussion mit Jugendlichen auf. Sie hat stets unsere Arbeit gegen Rechts und Linksextremismus moralisch unterstützt, wo sie nur konnte.
In einer Krisensitzung 2004 unter Ihrer Leitung, schaffte sie es trotz größten Einsatz nicht, die anwesenden Kommunalpolitiker wie ua. Karl-Heinz Nolte MdA und Dr. Klaus Ulbricht davon zu überzeugen, wie wichtig die Auszahlung vereinsorientierten Bundesfördermittel sind. 2006 erreichte die NPD auf Anhieb, unter der Führung des Bundesvorsitzenden die Fraktionsstärke im Bezirksparlament. 2007 Sie war die Erste Ausgezeichnete für unsern Weltfriedenstag – Gedenkpreis 2007. Die Kommunalpolitik verschloss die Augen.2007 war das öffentliche Aushängen ihres Plakates zur Verleihung des Weltfriedenstag – Gedenkpreises für das Bezirksamt der Anlass uns Fristlos zukündigen.2008 Zwangsräumung des von Ihr unterstützten Projektes FÜR TOLERANZ – GEGEN GEWALT.2009 Im Gegensatz zum Bundestrend legt die NPD zur Bundestagswahl im Bezirk an Stimmen zu. Die Bürgermeisterin erreicht die geringste Bürgerakzeptanz seit Jahren, zum Fest der Demokratie. 2011 es ist zu befürchten, dass die Saat der Politischen Arroganz aufgeht. Hanna Renate Laurin warnte jahrelang, mehrfach, ungehört die Bezirkspolitik vor dieser Entwicklung.
Wir verneigen uns vor Ihrer überparteilichen, christdemokratischen Zivilcourage und Gradlinigkeit.
Hanna-Renate Laurien
Berlin hat Abschied genommen von Hanna-Renate Laurien. Ein Pontifikalamt mit Georg Kardinal Sterzinsky in der St.Hedwigskathedrale bildete am Montagabend den Abschluss der Trauerfeierlichkeiten für die populäre Politikerin, die am 12. März im Alter von 81 Jahren gestorben war – eine letzte Erinnerung an eine streitbare, entschlossene und herzliche Frau, die sich in der Politik ebenso engagierte wie in den Gremien der katholischen Kirche. Sie habe oft über ihre Kräfte gearbeitet, sagte Sterzinsky, weil sie dies als ihre Pflicht gesehen habe, „ihren Einsatz für die Teilhabe aller hat sie verstanden als den Dienst an Gott“.
Parlamentspräsident Walter Momper erinnerte an seine Vorgängerin als temperamentvolle, resolute und kämpferische Frau, ebenso durchsetzungsfähig wie charmant, „hart in der Sache, aber herzlich im persönlichen Umgang“. Sie habe über Parteigrenzen oft erfrischend unkonventionell agiert und dabei immer wieder überrascht. Als erste Gesamtberliner Parlamentspräsidentin habe sie dazu beigetragen, mit gesundem Menschenverstand und wachem Pragmatismus die Bürger beider Stadthälften zusammenzuführen. „In dieser Zeit hat sie auch jene für sich gewonnen, die vorher Bedenken hatten, das Präsidentenamt einer so streitbaren Frau anzuvertrauen“, sagte Momper. „Leise ist sie von uns gegangen, aber Großes hat sie uns hinterlassen“.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sprach von einer Frau, die nicht nur selbst glücklich war, sondern auch die Gabe hatte, anderen Menschen Freude zu bereiten mit ihrer Fähigkeit, sich resolut für ein Ziel einzusetzen und andere auf dem Weg dorthin mitzunehmen. „Man spürte immer, wie sehr sie im christlichen Glauben verwurzelt war, der ihr Kraft und Inspiration gab und ihr Bild vom Menschen prägte.“ Wowereit erinnerte auch an ihren ersten politischen Erfolg, die Mitarbeit an der Gründung der Freien Universität Berlin: „Für die Freiheit muss man sich einsetzen, sie tat es ihr Leben lang.“
Als Wolfgang Klose, der Vorsitzende des Berliner Diözesanrats, also der Laienorganisation der Katholiken, Hans Küng zitierte, gab es sogar Beifall: „Gäbe es in der katholischen Kirche die Frauenordination, hätte Hanna-Renate Laurien zweifellos das Zeug zur Bischöfin gehabt.“ Sie habe die Welt nicht nur in der Politik, sondern auch in der Kirche gestaltet. Er erinnerte daran, dass sie als Vizepräsidentin der Würzburger Synode mit den Bischöfen leidenschaftlich darum gestritten habe, die Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils in die Tat umzusetzen; Themen wie die Schwangerschafts- und Konfliktberatung oder die Priesterweihe für Frauen standen dabei im Mittelpunkt. Ihre Bereitschaft, heiße Eisen anzufassen, sei bewundernswert gewesen.
Auch Barbara John, die auf Laurien als Vorsitzende des Berliner Katholischen Frauenbunds folgte, erinnerte an die Zähigkeit, mit der ihre Vorgängerin konkrete Schritte zugunsten des Priesteramts für Frauen einforderte: „Die ersten Diakoninnen, bald wird es soweit sein, werden ihr dafür danken“. Der Frauenbund sei dankbar, dass er so lange von der Unerschrockenheit und der Erfahrung von Frau Laurien profitieren durfte, sagte Barbara John. Wer ihrem wachen Blick und ihrem wachen Spott begegnet sei, der werde sie im Sinn und im Herzen behalten.

