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27.01.2011 Die Kinder kamen nicht zurück

Am 27.01.2011 findet im Willy-Brandt-Haus um 19:30 Uhr eine Filmvorführung statt. Wir sind auf jeden Fall dabei, doch wollten Euch das etwas näher bringen.

27. Januar 1945: Soldaten der Roten Armee befreien die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz. Mehr als eine Million Menschen, Andersdenkende und Gegner des nationalsozialistischen Regimes, wurden im KZ Auschwitz ermordet. Viele der nationalsozialistischen Verbrecher leben nach dem II. Weltkrieg unbehelligt in Deutschland oder anderorts. Ein Filmabend zum Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 66 Jahren.

"Die Kinder kamen nicht zurück" behandelt das Schicksal jüdischer Kinder unter dem Vichy-Regime und versucht zu ergründen, wie es (menschlich, gesetzlich und administrativ) möglich war, dass zwischen 1942 und 1944 auf Initiative der französischen Behörden mehr als 11.400 jüdische Kinder aus Frankreich nach Auschwitz deportiert wurden.


"Klarsfeld-Methode"
Serge und Beate Klarsfeld, Nazijäger, Historiker, Archivare und Aktivisten, präsentieren Materialien aus jahrzehntelanger Recherche, in denen minutiös jedes Einzelschicksal als historisches Faktum wie auch als menschliche Tragödie dokumentiert ist. Der Film von Hannes Gellner und Thomas Draschan führt die "Klarsfeld-Methode" konsequent weiter: keine bloßen Opferzahlen, sondern greifbare Schicksale werden präzise dokumentiert. In ruhigen, klar fasslichen Bildern, welche das Erinnern stützen sollen, schildert der Film die historischen Abläufe und Zusammenhänge.

Überlebende, die damals selbst Kinder oder Jugendliche waren, erzählen erstmals von ihrer Verhaftung und Deportation. Ihre politische Analyse weist dabei mit großer Vehemenz auf die Verantwortung des Vichy-Regimes hin. Darüber hinaus erinnert Serge Klarsfeld daran, dass österreichische Nationalsozialisten massiv an der Durchführung der "Endlösung" in Frankreich beteiligt gewesen sind.

Das sagt Jérôme Segal...
"Diese Kinder hatten sich mühelos in die französische Gesellschaft integriert, ehe sie zu Tausenden deportiert und ermordet wurden. Die Stärke des Films von Hannes Gellner und Thomas Draschan ist es, diesen Moment des Bruchs spürbar zu machen: die Stigmatisierung durch den Davidsterm, die Festnahme, die Lager auf französischen Boden: Drancy, Gurs, Pithiviers und Rivesaltes, dann die Deportation Richtung Auschwitz."